Webcam

Stadtblick: 
Märkte über die Jahrhunderte

 

 

 

 

Der Markt Rosenheim - eine Erfolgsgeschichte

Regionales und saisonales Obst oder Gemüse, Leckereien aus Käse, Wurst und Fleisch direkt vom Erzeuger, in Rosenheim gibt’s all das auf dem Grünen Markt. Jetzt im Herbst, passend dazu läuft ja auch der Bauernherbst, ist der Markt auf dem Ludwigsplatz genauso farbenfroh wie die Jahreszeit. Rosenheim ist eine Marktstadt, die Ahnenreihe des Grünen Marktes ist lang.

Offiziell wurde das im Jahr 1328 gemacht, damals erhielt Rosenheim durch landesherrliches Privileg das Marktrecht. Die Marktordnung kam allerdings erst im Jahr 1508 dazu.

 

Der Innere Markt – oder: Der Max Josefs Platz

 

Der innere Markt ist der eigentliche Markt Rosenheims. Er ist das Herzstück der Stadt – der heutige Max-Josefs-Platz. In den ausladenden Laubengängen der Inn-Salzach-Stil-Häuser wurde Handel getrieben und bis zum 1. Weltkrieg fand hier jeden Donnerstag die Getreideschranne statt. Umschlossen wurde der Max-Josefs-Platz vom Münchner Tor, vom Heilig-Geist-Tor und vom Mittertor, was ihn zum inneren Markt machte. Das Mittertor wiederum führte zum äußeren Markt.

Max-Josefs-Platz um 1890 © Stadtarchiv Roseheim

Der Äußere Markt – oder: Der Ludwigsplatz

 

Der Ludwigsplatz als Pendant zum Max-Josefs-Platz war der äußere Markt, umfasst vom Wiesentor, vom Färbertor und vom Inntor. Mit zunehmendem Verkehr zerfiel dieser Vormarkt in mehrere kleinere Märkte. In den Schweinemarkt bei der Färbergasse, in den Köstenmarkt beim heutigen Schuh Reindl und in den Eiermarkt in der Mitte des Ludwigsplatzes, den Vorgänger des heutigen Grünen Marktes. Jeden Donnerstag und Sonntag wurde nach der Kirche der Viktualienmarkt für die Grundnahrungsmittelversorgung abgehalten. Im Jahr 1893 gab es das Dutzend Eier für 60 Pfennig, den Liter Milch für 14 Pfennig, ein Huhn für eine Mark und einen Liter Weizenbier für 30 Pfennig.  

Viktualienmarkt auf dem Ludwigsplatz, 1898 © Stadtarchiv Rosenheim

Die Bayerwiese – oder: Die Viehmärkte

 

Schon immer hatten die Viehmärkte auch in Rosenheim eine wichtige Bedeutung. Traditionell wurden sie an den sieben Jahrmärkten abgehalten, so zum Beispiel am Simon-Judäi-Markt, der auch heute noch veranstaltet wird, allerdings nicht mehr als Viehmarkt. Ab 1879 durften an jedem ersten Donnerstag eines Monats Hauptviehmärkte stattfinden. Zunächst in der Färbergasse, dann vor dem Wiesentor. Weil aber auch dort der Platz zu eng wurde, erfolgte die Verlegung der Hauptviehmärkte auf die Bayerwiese in der Innstraße. In den 1930er Jahren wurden sie dann in die Schönfeldstraße verlagert, ehe eine Regierungsentschließung mit Wirkung vom 01. Januar 1970 das Ende der Rosenheimer Nutzviehmärkte bedeutete.

Viehmarkt auf der Bayerwiese 1928 © Stadtarchiv Rosenheim

Der Schlenklmarkt – oder: Bräu am Anger

 

Eigentlich war das Bräu am Anger 300 Jahre lang eine Gastwirtschaft und passt auf den ersten Blick so gar nicht in die Tradition der Rosenheimer Märkte. Wäre da nicht der Schlenklmarkt. Denn im Bräu am Anger wurde alljährlich am Donnerstag nach Maria Lichtmess die Dienstbotenbörse abgehalten. Ein Stellenmarkt für das ländliche Personal. Kurios: Mit der Aufgabe der Brauerei 1928 zog passenderweise das Arbeitsamt in das Gebäude des Schlenklmarktes.

Bräu am Anger nach einer Zeichnung aus dem Jahr 1854 © Stadtarchiv Rosenheim